Denzig

Denzig, Kreis Dramburg

Denzig war das südlichste Dorf des Kreises Dramburg und lag von Kallies etwa 5,5 km entfernt. Die Feldmark grenzte an den Kreis Arnswalde. Die Flächengröße betrug 4.433,5 ha, 433 Einwohner lebten in 120 Haushaltungen. Die Bevölkerungsdichte betrug 9,8. Der Gemeindehektarsatz lag bei 500 RM.

Kartenausschnitt Denzig, Kreis Dramburg
Kartenausschnitt Denzig, Kreis Dramburg

Weitere Wohnplätze waren: Ankrow, Bahnhof Denzig, Försterei Friedrichshof und Lauenbrügge und das Vorwerk Schönwalde. Die nächste Bahnstation war der Bahnhof Denzig, der etwa 1 km entfernt, an der Strecke Arnswalde – Kallies – Falkenburg, lag.

Kirche und Verwaltung

Denzig gehörte zum ev. Kirchspiel Balster, für Ankrow war es Kallies. Nächstes kath. Kirchspiel war Arnswalde. Denzig gehörte zum Standesamt- und Amtsbezirk Gutsdorf. Nächstes Amtsgericht war das in Kallies. Der Bürgermeister hieß KRÜGER, der Schulleiter JANITZ. Die Poststelle führte Herr PEETZ.

Gruß aus Denzig, Kreis Dramburg
Gruß aus Denzig, Kreis Dramburg

Landwirtschaftliche Betriebe

An landwirtschaftlichen Betrieben gab es, 13 von 0,5 ha bis unter 5 ha, 4 unter 10 ha, 1 bis unter 20 ha, 17 bis unter 100 ha und 2 über 100 ha. Das Rittergut Denzig A hatte eine Fläche von 1605 ha, dazu gehörte eine Brennerei und war unter Führung von Günter GEORGE. Das Rittergut Denzig B hatte eine Fläche von 1078 ha, ebenfalls mit einer Brennerei ausgestattet und war im Besitz von Franz KURTZE.
Dieser besaß auch ein Kieswaschwerk.

Flurnamen waren Balowbruch, Kienbruch, Nächstbrücher, Padderpuhl, Pössebrüche, Schinderfichten und Weißes Bruch.
Seen: Krummer Denzigsee (112 ha) und Breitersee (74 ha). Die höchste Erhebung war der „Schwarzer Hügel“ mit 120,9 m, der auch ein Trigonometrischer Punkt war. Ausgewiesen ist der Ort auf den Messtsichblättern 2761 und 2760.

Gewerbliche Betriebe

Im Ort gab es eine Gastwirtschaft und Kolonialwarenhandlung, die im Besitz von Herrn BUSSIAN war. Dazu eine Kolonialwarenhandlung unter Besitz von Anna VÖLKER. Im Gut Denzig B gab es eine Gutsschmiede und eine Stellmacherei.

Schule Denzig, Kreis Dramburg um 1930
Schule Denzig, Kreis Dramburg um 1930

Geschichtlicher Abriss

1326 wurde der Ort von einem polnisch-litauischen Herrhaufen ausgeplündert und zerstört. 1337 vermutlich noch zerstört, aber lt. Landbuch im Besitz der BRUTHOW (nach van Niessen identisch mit Güntersberg). 1443 hatte es laut Schadensnachweis wieder durch polnische Truppen sehr gelitten, 1467 wurde es von durchziehenden Söldnern „ausgepocht“.

1507 bestätigte Johann von Küstrin VON WEDEL den Besitz von Denzig, dies auch im Jahr 1536. 1577 wurde die Fachwerkkirche gebaut. 1658 gehörte Denzig B als Lehen dem Obristen Georgen VON BENECKENDORF auf Patznich und Dentzigk. (Vorgfahr des Reichspräsidenten VON HINDENBURG). 1778 erwarb es Johann Ernst Gottlieb VON WEDELL von seinen Geschwistern, um 1800 mehrmaliger Besitzwechsel. 1826 im Besitz der Familie VON HÖVELL, 1838 durch Kauf an Heinrich ROMBERG übergegangen.

1856 erbte es Franz ROMBERG. 1860 kaufte Otto GEORGE Denzig A. 1868 wurde die Westseite der Kirche untermauert. 1896 erhielt Denzig einen Bahnhof (Strecke Arnswalde – Kallies). 1921 ging Denzig B in den Besitz von Luise KURTZE geb. ROMBERG über. 1923 wurde die Ostseite der Kirche untermauert. 1937 Errichtung des Kieswaschwerkes, Stilllegung der Molkerei in Denzig. 1942 übernahm Franz KURTZE Denzig B. 1945 war es Kampfgebiet, dabei aber wenig zerstört.

Alte Ansicht aus Denzig, Kreis Dramburg

Heutiger Name: Debsko Drawsko Pomorskie

Quellen: Der Landkreis Dramburg, Dramburger Kreisblatt, eigene Aufzeichnungen